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Das 4. Internationale Bonner Tanzsolo-Festival läuft

Ein kurzer Bericht über den Ausflug der Brotfabrik-Delegation von Beuel nach Endenich ins Theater im Ballsall zur Eröffnung des Festivals

Ausverkauft! – Das konnten die Veranstalter am Freitag über die Eröffnungsveranstaltung des 4. Internationalen Bonner Tanzsolo-Festivals, das gemeinsam vom Theater im Ballsaal und der Brotfabrik Bühne ausgerichtet wird, vermelden. Entsprechend gefüllt war das gemütliche kleine Foyer des Theaters im Ballsaal, was schon vor Beginn der Veranstaltung tolle Festivalstimmung aufkommen ließ. Das Publikum war gut gemischt zwischen tanzinteressierten Bonnern und Vertretern der Tanzszene der Region und darüber hinaus.

Das erste Stück des Abends, die Premiere von „Mannish Man“ der gastgebenden Kompanie Cocoondance, hatte genau das zum Thema, was auch das gesamte diesjährige Festival bestimmt: die Männer (bei allen Soli des Festivals steht ein Mann auf der Bühne). Zwischen Narzissmus, Selbstdarstellung und Nachdenklichkeit macht der Protagonist sich auf die Suche nach seiner – männlichen – Identität. Die Choreografie von Rafaële Giovanola zeigte eindrücklich, dass ein Solo keineswegs eine Notlösung für finanziell suboptimal ausgestattete Kompanien der Freien Szene ist, sondern eine eigenständige Kunstform, die eine starke Wirkung auf das Publikum haben kann. Dieses honorierte die Premierenaufführung dann auch mit begeistertem Applaus.

Bei einem Eröffnungs-Prosecco in der Pause wurde das neue Stück direkt hitzig diskutiert, denn Tanz, besonders Solostücke rufen bei unterschiedlichen Zuschauern oft ganz unterschiedliche Assoziationen hervor. Es war sehr interessant zu hören, was und vor allen Dingen auch wie stark und direkt die Auseinandersetzung des Protagonisten auf der Bühne mit sich selbst an Auseinandersetzung des Publikums mit sich selbst angestoßen hat.

Das zweite Stück des Abends, eine Gastperformance mit Juan Luis Matilla aus dem spanischen Sevilla, war ein echtes Kontrastprogramm zu „Mannish Man“. Zwar ging es auch um Befindlichkeiten und persönliche Geschichten, die Umsetzung war jedoch total anders. Matilla nimmt in „Sad Dance Therapy“ Ansätze von Tanztherapie aufs Korn und präsentiert dem Publikum einen wilden Ritt zwischen Gesang, Live-Elektromusik und Tanz, voller Klamauk und skurrilem Entertainment.

Nach dem zweiten Stück stand ein leckeres mediterranes Antipasti-Buffet bereit. Bei Häppchen, einem Glas Wein und kurzweiligen Gesprächen klang der Eröffnungsabend aus und mit dem letzten Bus machte die Brotfabrik-Delegation sich dann wieder auf den Weg nach Beuel.

Das Festival läuft noch bis zum 02. Februar.

Das Programm bei uns:

26.01., 21 Uhr “Superflux” – Jean-Marc Heim
01.02.. 20 Uhr “Portrait of a Dancer” – Lutz Förster
02.02., 21 Uhr ” Fool’s Figures” – Jaro Spring Vinarsky (im Anschluss Festival-Abschlussparty)

Gesamtprogramm

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