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2. Bonner Klezmertage

 So spannend, wie die Konzerte selbst – das Rahmenprogramm:

Bevor noch was über die anderen sich tummelnden Bands kommt, hier was zu den Dingen, die man gern als Nebenprogramm überliest, die aber – so war es zumindest letztes Jahr – den Kern des Festivals ausmachen.

Es gibt nämlich für jederkindmanfrau was aktives. Und jenes ist alle drei Male nicht nur von erleichternder Einfachheit, sondern auch von betörender Tiefe, ermöglicht ein tiefes Eintauchen in den imaginären Ort, aus dem das Jiddische seine Kraft schöpft.

Das eine ist der Tanzworkshop am 25.10. – Klezmermusik ist Tanzmusik. Auf jeder Feier wurde getanzt, und wenn es keine Musiker gab, dann sang man dazu. Die Tänze sind denkbar leicht zu lernen und so vielfältig wie die Musik – Kreis-, Linien-, Paar- und Solotänze, alles ist möglich und jeder kann in seinem Rahmen machen, was die Musik ihm eingibt. Über das Tanzen erlebt man einen intensiven Zugang und ein körperliches Verstehen der Musik. Und es macht enorm Spaß. Vor allem dank der Livemusik, die jeden Moment auf das Tanzgeschehen eingeht.
Nötige Vorerfahrung – seine Beine bewegen können.
Workshopgewappnet kann man dann auch den Tanzball am 25.10. noch mehr genießen!

 

Einen ganz anderen Zugang ermöglicht der Nigunworkshop am 28.10. mit Markus Milian Müller. Markus ist Musiker, Komponist und studierter Jiddischist und ein Experte auf dem Gebiet der chassidischen Nigunim. Hinter diesem fremdklingenden Namen verbergen sich unzählige Lieder ohne Worte voll Lebenssaft und spiritueller Kraft gleichermaßen – auch hier gilt – leicht zu lernen, damit man umso mehr erfahren kann, welche Kraft der jiddischen Musik nach innen wirkt, wenn man sie nach außen singt. Eine Perle im Programm!
Nötige Vorerfahrung – Duschensänger.

Und dann gibt es noch das aktive Zuhören, dass sich für unseren Meistererzähler und Publikumsliebling 2011 Gidon Horowitz empfiehlt. Das Judentum ist ja auch eine Sprachkultur und seinen Sagen, Legenden und Witze haben einen Ehrenplatz in den Geschichten der Welt; hintersinnig, lebensnah und doch um die Ecke gedacht, rührend und witzig zugleich. Vor allem, wenn sie mit so viel Erfahrung, Charme und Humor vorgetragen werden.
Nötige Vorerfahrung – Ohren putzen.

 

Also – raus aus dem Sessel, raus aus dem Konzertstuhl und selber erfahren, was jiddische Musik und Sprache sind – man muss kein Tänzer sein, man muss kein Sänger sein und kein Literat, man muss nur offen sein für eine ganz eigene Erfahrung.

Ein Gastbeitrag von Georg Brinkmann

Tickets für alle Veranstaltungen sind online direkt über die Festivalseite bestellbar und im Vorverkauf ab Dienstag, 09. Oktober montags – freitags zwischen 16 und 19 Uhr im Foyer der Brotfabrik zu bekommen.

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